Dies ist eine Webseite des Norddeutschen Beraternetzwerks Interreg

in Ergänzung zu der offiziellen Webseite des Interreg Nordseeprogramms.

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Was ist Interreg?

Das Bild zeigt EU-Flaggen.

© Foto: naknaknak auf pixaby

Interreg Nordsee in a Nutshell

“Interreg“, oder wie es offiziell heißt Europäische territoriale Zusammenarbeit, ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Gefördert werden grenzüberschreitende und transnationale Kooperationen in Form von Projekten zwischen nationalen, regionalen und lokalen Akteuren.

Interreg wird in drei Schwerpunkten (sogenannten Ausrichtungen) umgesetzt:

  • grenzübergreifende Zusammenarbeit (Ausrichtung A): Entwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit in benachbarten Grenzgebieten
  • transnationale Zusammenarbeit (Ausrichtung B): Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und lokalen Partnern in transnationalen Kooperationsräumen, um die territoriale Integration dieser Räume zu stärken
  • interregionale Zusammenarbeit (Ausrichtung C): Kooperationsnetzwerke und Erfahrungsaustausch zur Verbesserung der Wirksamkeit bestehender Instrumente der Regionalentwicklung und Kohäsion.

Das Interreg-Nordseeprogramm ist eines von sechs B-Programmen, mit Beteiligung von Akteuren aus Deutschland. Nähere Informationen zu Interreg B in Deutschland finden Sie auf der Webseite des BBSR.

Akteure & Programmgeographie

Das Interreg Nordseeprogramm fördert die Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich. In Norddeutschland können sich Projektakteure aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen am Programm beteiligen (inkl. Ausnahmeoptionen).

Traditionell kommen die Projektpartner aus der regionalen oder kommunalen Verwaltung, der Wirtschaft (KMU), zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, NGOs und der Wissenschaft.

Inhaltliche Ausrichtung des Interreg Nordseeprogramms

Die Mitgliedsländer des Interreg Nordseeprogramms haben Förderprioritäten festgelegt, die Probleme widerspiegeln, die nicht an Grenzen Halt machen. Gefördert werden Projektaktivitäten zu folgenden Themen:

  • Aufbau intelligenter und robuster Volkswirtschaften
  • Beschleunigung des grünen Übergangs in den Bereichen Energie, Kreislaufwirtschaft und Mobilität
  • Förderung der Klimaresilienz, einer sauberen Umwelt und einer reichen biologischen Vielfalt
  • Verbesserung der Governance

Nähere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite des Interreg-Nordseeprogramms, insbesondere im Programme Manual.

© adapted from illustration created by the Interreg North Sea Programme

Ziele des Programms

Ziel des Programms ist es, die Zusammenarbeit zur Förderung einer grünen und nachhaltigen Zukunft in der Nordseeregion durch seine vier Prioritäten und zehn spezifischen Ziele zu unterstützen (siehe Graphik). Dabei zielt das Programm auf Folgendes ab:

  • Förderung der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung in der Region
  • Vorantreiben des grünen Übergangs in der Region
  • Entwicklung einer langfristigen Perspektive für die Erhaltung der natürlichen Umwelt in der Nordseeregion und Schutz der Gesellschaft vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels
  • Verbesserung der Multi-Level-Governance-Strukturen und Förderung der institutionellen Kapazitäten
  • Überbrückung der Kluft zwischen Stadt und Land und Verbesserung der Verbindungen zwischen dem Hinterland und abgelegenen ländlichen Gebieten und den größeren städtischen Zentren
  • Förderung verschiedener Arten von Partnern in Projekten, um eine multidisziplinäre Perspektive und ein hohes Maß an Innovation zu gewährleisten
  • Unterstützung der gemeinsamen Entwicklung von Strategien und Aktionsplänen, der gemeinsamen Durchführung von Pilotaktionen und der Implementierung von Lösungen

Rahmenbedingungen für Projekte

Regular Projects:

  • Projektakteure: ca. 8-15
  • Anzahl der beteiligten Länder: mindestens 3 Länder
  • Laufzeit: 3-5 Jahre
  • Projektbudget: ca. 2-6 Millionen Euro
  • Kofinanzierung: 60 %

Small Scale Projects:

  • Projektakteure: 3-7 Länder
  • Anzahl der beteiligten Länder: mindestens 3 Länder
  • Laufzeit: 18 Monate
  • Projektbudget: 200.000 – 500.000 Euro
  • Kofinanzierung: 60 %

Der politische Kontext von Interreg

Im politischen Kontext ist das Interreg-Programm ein Teil des Green Deals und fokussiert sich insbesondere auf die Umsetzung in Form von Projekten. Der Europäische Green Deal ist ein Bündel politischer Initiativen, mit denen die EU auf den Weg zu einer grünen Transformation gebracht werden soll, um ihr Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, zu erreichen. Bis 2030 sollen die Netto-Treibausgase um mindestens 55 % gegenüber 1990 reduziert werden. Nähere Informationen finden Sie hier: Ein europäischer Grüner Deal –Consilium (europa.eu)

Das zweite wichtige politische Dokument, das für das Programm relevant ist und von der Kommission 2020 veröffentlicht wurde, ist die Mitteilung „Gestaltung der digitalen Zukunft Europas“, die Teil der Prioritätenstrategie der Kommission zur Schaffung eines „Europa, das fit ist für das digitale Zeitalter“ ist. Diese Mitteilung konzentriert sich auf die verschiedenen Fragen, die die wachsende Rolle der Digitaltechnologie in unseren Wirtschaften, Gesellschaften und Demokratien aufwirft.

Die Digitalisierung wird in diesem Kontext als Motor für den grünen Übergang betrachtet, welcher den ökologischen und sozialen Fußabdruck der EU reduzieren soll und das Geschlechterungleichgewicht in den IKT- und MINT-Berufen angeht.

Das Nordsee-Programm zielt darauf ab, dies weiter zu unterstützen, indem es den Zugang und die Nutzung digitaler Technologien in der Region fördert. Die Interessenträger des Programms sind bestrebt, digitale Lösungen in Bereichen zu verknüpfen, die Aspekte des Europäischen Grünen Deals ermöglichen, wie intelligente urbane Mobilität und Energieeffizienz, und eine breite Palette anderer Partner – von öffentlichen Dienstleistungen bis zu KMUs – einzubeziehen.

Darüber hinaus sind unter den anderen EU-Politikbereichen und -ebenen insbesondere die Territorialagenda 2030 – Eine Zukunft für alle Orte, die integrierte Meerespolitik, die Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität sowie die Biodiversitätsstrategie für 2030 hervorzuheben.

Die Besonderheit von Interreg

Interreg wird nicht zentral von der Europäischen Kommission verwaltet. Vielmehr setzen sich vor Ort, in jedem transnationalen Kooperationsraum Vertreterinnen und Vertreter der nationalen und regionalen Behörden der beteiligten Mitgliedstaaten zusammen und definieren gemeinsam die Entwicklungsprioritäten des jeweiligen Programms.

Die Umsetzung erfolgt in konkreten Projekten, an denen sich Partner aus mehreren Staaten beteiligen. Auch in den Projekten erfolgt die Zielfindung, Umsetzung und Erfolgskontrolle gemeinsam. Im Vordergrund stehen der Wissensaustausch und die Zusammenarbeit an gemeinsamen Herausforderungen. Nähere Informationen finden Sie auf der Programmwebseite des Joint Secretariats.

Der positive Einfluss von Interreg

Interreg-Projekte unterstützen in Norddeutschland Verwaltungs- und Forschungseinrichtungen, aber auch Verbände, NGOs sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, auf aktuelle ökologische, soziale und ökonomische Herausforderungen zu reagieren. Im Fokus steht das Thema Resilienz, sei es mit Blick auf die Klimakrise, aber auch eine wirtschaftliche Resilienz – Stichwort Innovation und Fachkräfte.

Ziel der Projekte ist es, das Leben der Menschen vor Ort zu verbessern. Bei der Umsetzung sind neben Forschungsergebnissen und Pilotprojekten (Erprobung neuer  Lösungen) die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren in der Nordseeregion elementar. Es geht nicht darum, das Rad immer wieder neu zu erfinden, sondern durch gute europäische Zusammenarbeit voneinander zu lernen und gute Lösungen für die Zukunft Europas zu entwickeln.

Die inhaltliche Bandbreite und somit auch die positiven Einflussbereiche erstrecken sich von den Themen Grüne Energie, Kreislaufwirtschaft, Anpassung an den Klimawandel bis hin zum Schutz der Biodiversität. Einen Einblick in die Wirksamkeit erhalten Sie über die in Norddeutschland geförderten Projektaktivitäten.

Warum Interreg-Nordsee?

Der Anspruch des Interreg-Nordseeprogramms ist es, einen Beitrag für eine innovative Nordseeregion zu leisten, in denen kreative Köpfe ihre zukunftsfähigen Ideen realisieren können. Wir wollen europäische Zusammenarbeit in Form von innovativen (und) ökologischen nachhaltigen Projektaktivitäten unterstützen, um einen gemeinsamen Beitrag gegen die Klimakrise und für den Aufbau von Resilienz zu schaffen.

Im Vergleich zu anderen Interreg-B Programmen unterscheidet sich das Interreg-Nordseeprogramm hinsichtlich seiner Geographie sowie insbesondere aufgrund des Fokus auf Innovationen.