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Call 6 öffnet im September 2026
Im Fokus des Calls steht das Thema Capitalisation, also die Wissensverstetigung von Projektergebnissen. Nachfolgend finden Sie erste Informationen zu diesem Call. Weitere Einzelheiten werden zeitnah auf der Webseite des Interreg Nordseeprogramms veröffentlicht.
- Beteiligungsoptionen: offen für aktive Nordseeakteure und Newcomer
- Projektlaufzeit: 1.5-2 Jahre
- Projektbudget: bis zu einer Million Euro
- Konsortiumsgröße: max. 9 Akteure je Projekt
- Antragsverfahren: einstufig
Kofinanzierung
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) unterstützt die transnationale Zusammenarbeit durch die Mitwirkung an der Erarbeitung der gemeinsamen Programme in den Kooperationsräumen, der Steuerung der Programme im Rahmen der transnationalen und der deutschen Ausschüsse, kooperationsraumübergreifenden Aktivitäten sowie dem Ergebnistransfer und Öffentlichkeitsarbeit.
Für Projektakteure besonders interessant ist dabei das Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit. Mit diesem unterstützen das Bundesminsterium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gemeinsam mit dem BBSR Projektakteure in Deutschland bei Projekten von besonderem Bundesinteresse, die einen Beitrag zur nachhaltigen Raumentwicklung leisten. Die Unterstützung erfolgt in Form einer nationalen Kofinanzierung, der Erarbeitung der Projekanträge und wirkungsvoller Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus werden die Projekte in einen übergeordneten strategischen und politischen Rahmen eingebunden.
Die Themenschwerpunkte der seit 2007 im Bundesprogramm geförderten Projekte liegen in den Bereichen Energieeffizienz in Städtebau und Wohnungswesen, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel, Regionalentwicklung durch innovative Verkehrsprojekte und innovative Instrumente der Stadt- und Regionalentwicklung.
Eine Übersicht der aus dem Bundesprogramm geförderten Projekte finden Sie in der im September 2012 veröffentlichten Broschüre „Partnerschaftlich für Europa. Das Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit 2007-2013. Bilanz und Ausblick“:
>> weitere Informationen
Weitere Details und aktuelle Meldungen zum Bundesprogramm finden Sie auf der deutschen Website von Interreg B unter Zusätzliche Bundesförderung sowie im Interreg B-Journal (Journal).
Förderfähige Projektaktivitäten
Zu den förderfähigen Inhalten zählen die folgenden Aktivitäten:
- Wissenstransfer und Bündelung von Kompetenzen über Ländergrenzen hinweg (transnational)
- (nachhaltige) Partnerschaft und Vernetzung
- Pilotinvestitionen in Schlüsselbereichen
- Vorbereitung von Folgeinvestitionen und gezieltem -Fördermitteleinsatz (Machbarkeitsstudien etc.)
- Entwicklung von gemeinsamen Standards
- Capacity building und interkulturelles Lernen
- Bewusstseinsbildung in Politik und Gesellschaft
- Aber: nur eingeschränkt oder keine Förderung von Investitionen
Förderfähige Projektakteure
Zu den förderfähigen Projektakteuren zählen die folgenden Institutionen:
- öffentliche Behörden (Bund, Länder, Regionen, Kommunen)
- (öffentliche) Dienstleister
- Forschungseinrichtungen und Hochschulen
- Kammern, Vereine und Verbände
- Organisationen der Wirtschaftsförderung
- Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) als Projektakteure, in Ausnahmen auch als Lead Partner
- Nichtregierungsorganisationen (NGO)
In geographischer Hinsicht sind Akteure, mit Sitz in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen förderfähig. Eine Beteiligung aus anderen Bundesländern ist in Einzelfällen möglich.
Antragsverfahren
Das Antragsverfahren findet im Interreg-Nordseeprogramm ausschließlich in elektronischer Form über das Online Monitoring System (OMS) statt. Abhängig vom jeweiligen Förderaufruf / Call sind ein- oder zweistufige Antragsverfahren, konkrete inhaltliche Themen sowie reguläre oder Small Scale Projekte möglich. Zu Beginn der Förderperiode (2022) war die direkte Einreichung einer Full Application im Rahmen eines einstufigen Antragsverfahrens möglich.
In einem zweistufigen Antragsverfahren wird zunächst eine Expression of Interest (EoI) eingereicht. Entspricht diese den technischen Anforderungen des Programms und wird überdies im Monitoring Committee – dem Entscheidungsgremium bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsländer – genehmigt, kann in einem folgenden Call eine Full Application (FA) eingereicht werden.
Für Small Scale Projekte (SSP) ist das Antragsverfahren einstufig und weniger umfangreich.
Wird ein Projektantrag abgelehnt, kann dieser beliebig oft neu eingereicht werden. Inwieweit sich der Aufwand lohnt, gilt es im Einzelfall zu erötern. Im Falle einer Ablehnung wird eine Kontaktaufnahme zum Joint Secretariat und National Contact Point empfohlen. Auf Anfrage kann das vollständige technische Projektassessment durch das Joint Secretariat herausgegeben werden. Dies kann sehr hilfreich sein, um technische Fehler, etwa in der Interventionslogik, zu korrigieren und die Ablehnung besser nachvollziehen zu können.
Die Genehmigungsquoten im Nordseeprogramm sind für Projektakteure aus Norddeutschland, auch im Vergleich zu anderen Förderprogrammen, überdurchschnittlich hoch. In Call 2 wurden etwa über 70 % der Full Applications norddeutscher Lead Partner genehmigt.
Sie würden gerne wissen, welche Inhalte ein Projektantrag im Nordseeprogramm umfasst? Nachfolgend finden Sie Auszüge aus dem OMS für die jeweiligen Antragsstufen. Bitte berücksichtigen Sie für ein potenziell neues Antragsverfahren die Informationen aus dem Online Monitoring System. Die Anträge können zwischen den Calls minimale Änderungen, z. B. in der Zeichenbegrenzung, erfahren. Die hiesigen Dokumente dienen ausschließlich der ersten Orientierung:
Förderfähige Themen des Interreg-Nordseeprogramms
Das Interreg-Nordseeprogramm fördert Projekte, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der Nordseeregion eingehen. Dazu gehören Themen wie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Umweltschutz, Energieeffizienz und Innovation. Die Förderung umfasst transnationale Projekte, welche die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren in der Nordseeregion fördern.
Die zugrundeliegenden ökologischen, nachhaltigen und sozialen Herausforderungen sind komplex und machen nicht an Grenzen halt. Aus diesem Grund ist ein transnationaler Ansatz für die Bewältigung dieser notwendig.
Eine Förderung im Rahmen von Interreg Nordsee ist im Rahmen einer der Förderprioritäten möglich (Robuste und Intelligente Wirtschaft, Grüner Umschwung, Klimaresilienz, Governance).

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Das vollständige Programme Manuel finden Sie hier. Einen komprimierten deutschsprachigen Auszug finden Sie nachfolgend.

Priorität 1: Robuste und intelligente Wirtschaft in der Nordsee-Region
1.1: Entwicklung und Stärkung der Forschungs- und Innovationskapazitäten und die Verbreitung fortschrittlicher Technologien
Forschung und Innovation sind von zentraler Bedeutung für robuste und intelligente Volkswirtschaften sowie einer widerstandsfähigen territorialen Entwicklung in der Nordseeregion. Sie treiben den Wandel zu einer grünen und digitalen Transformation voran.
Projekte, die im Rahmen dieses spezifischen Ziels finanziert werden, unterstützen eine innovationsgetriebene, intelligente und robuste Nordseeregion. Der Innovationsbegriff wird in einem breiten Sinne verstanden und umfasst Prozess-, Produkt- und Dienstleistungsinnovationen sowie sektorübergreifende Ansätze. Die Innovation kann sich sowohl auf technische Lösungen als auch auf öffentliche Dienstleistungen und gesellschaftliche Herausforderungen beziehen. Wichtig ist, dass die Projekte über Networkingaktivitäten und einen reinen Wissensaustausch hinausgehen und Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten unterstützen, die in Form von Pilotprojekten umgesetzt werden.
Intendiert wird die Entwicklung transnationaler Prozesse und Verfahren zur Förderung der Innovationskapazität sowie die Erschließung neuer innovationsorientierter wirtschaftlicher und sozialer Chancen. Ziel ist es, effektive Innovationsökosysteme zu schaffen.
Maßnahmen sollten die Entwicklung und Stärkung von Innovation und Forschung unterstützen, die in Bereichen mit Innovationspotenzial erforderlich sind. Sie sollten auch die Bereitstellung von Innovation durch die Erleichterung von Kooperationen und gemeinsamen Initiativen zwischen Akteuren fördern, die Verwertung von Forschungsergebnissen verbessern, Forschung auf den Markt bringen und die Entwicklung neuer Technologien und Lösungen anregen.
Die folgende (nicht abschließende) Aufzählung umfasst Bereiche, die Potenzial für transnationale Kooperationen haben:
- Grüne Wirtschaft, z. B. kohlenstoffarme Lösungen, Energiewende
- Soziale und gesellschaftliche Innovationen
- Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft
- Innovationen im öffentlichen Sektor
- Industriemodernisierung, Industrie 4.0 und Fertigung
- Maritime Umwelt und Blau-Grüne-Infrastruktur (BGI)
- Landwirtschaft und Lebensmittel, Bioökonomie, Tourismus
- Verkehr, z.B. im Zusammenhang mit intelligenten Städten, Elektrifizierung und Automatisierung.
Dabei stellen niedrige TRLs (Technology Readiness Levels) keine Priorität für das Programm dar. TRL1 (Grundlagenforschung) ist von der Unterstützung ausgeschlossen, es sei denn, sie ist mit höherstufigen angewandten, Demonstrations- oder Verwertungsaktivitäten verbunden, die auf nachfragegesteuerte geschäftliche oder gesellschaftliche Bedürfnisse Bezug nehmen. Das Programm ermutigt Projekte, TRL5 und höher anzustreben.
Projekte, die im Rahmen dieser Maßnahme finanziert werden, können auch einen bedeutenden Beitrag zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums (ERA) (siehe COM/2021/407) und des Aktionsplans der EU für die Kreislaufwirtschaft (COM/2020/98) leisten.
Beispiele für förderfähige Aktionen (nicht abschließende Aufzählung):
- Entwicklung von Innovationsfördermaßnahmen und transnationalen Innovationsnetzwerken und -clustern, ergänzend zu bereits bestehenden Netzwerken
- Entwicklung und Implementierung neuer Technologien, Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zur Bewältigung transnationaler Herausforderungen
- Unterstützung von Wissenspartnerschaften von Innovationsakteuren und Anregung transnationaler Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Regierungen und sozialen Einrichtungen zur Entwicklung neuer oder verbesserter Verbindungen
- Förderung des Technologie- und Innovationstransfers von der Forschung in die Wirtschaft
- Anregung der kommerziellen Umsetzung von Forschungsergebnissen und der Einführung von Innovationen auf dem Markt
- Unterstützung der öffentlichen Verwaltung bei der Nutzung öffentlicher Investitionen als Treiber für Innovation, z. B. durch bessere Anreize und Kapazitätsaufbau-Workshops, sowie durch die Erleichterung der Teilnahme von KMU an (öffentlichen) Beschaffungsprozessen
- Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Innovationsakteuren und der Zivilgesellschaft, die die Übernahme von Innovationstechnologien zur Gestaltung des Innovationsökosystems unterstützen
- Entwicklung transnationaler Unterstützungstools für KMU und Unternehmer zur Steigerung ihrer Innovationskapazität und zur Integration von Forschungs- und Technologieinnovationen
- Erschließung neuer Quellen des Wachstums von KMU wie der grünen Wirtschaft, Gesundheits- und Sozialdiensten und Förderung standortbezogener Entwicklungsmöglichkeiten, z. B. im Tourismus und im Bereich des Blauen Wachstums
- Verbesserung des Zugangs zur Innovationsunterstützung für Akteure in ländlichen Gebieten zur Verringerung von Innovationslücken in nicht-urbanen Gebieten und zur Stärkung der städtisch-ländlichen Verbindungen im Innovationsunterstützungsbereich
1.2: Entwicklung von Fähigkeiten für die intelligente Spezialisierung, den industriellen Wandel und das Unternehmertum
Die Gesellschaften und Arbeitsmärkte der Nordseeregion haben sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert und werden auch weiterhin durch die Auswirkungen der vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0), der digitalen, grünen und blauen Übergänge, die Auswirkungen wirtschaftlicher Krisen und demografischer Veränderungen transformiert werden.
Daher werden Arbeitskräfte mit aktuellem Wissen und verbesserten digitalen und unternehmerischen Fähigkeiten benötigt, insbesondere in KMUs, die als Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit, Innovationen und Wachstum in der Region dienen. Die zukünftige nachhaltige, wirtschaftliche und soziale Entwicklung wird letztendlich auf dem Humankapital im weitesten Sinne beruhen: Menschen mit dem Wissen, den Fähigkeiten und Kompetenzen, um kreativ und kritisch zu denken.
In den folgenden Bereichen besteht ein großes Potenzial für eine transnationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Kompetenzen:
- Energie- und Umwelttechnologien
- die Bereiche Lebensmittel, Landwirtschaft und / oder Bioökonomie, industrielle Modernisierung, additive Fertigung, Biowissenschaften und / oder Gesundheitstechnologie
- Maritime und marine Bereiche
- Mobilität, Verkehr und Logistik
- Kreislaufwirtschaft
- nachhaltiger Tourismus, insbesondere in ländlichen Gebieten
Beispiele für förderfähige Aktionen (nicht abschließende Aufzählung):
- Identifizierung und Überwindung von Fähigkeitslücken in den Bereichen Grüne Technologien (als gängige Schwerpunktbereiche im Bereich der intelligenten Spezialisierung) zur Unterstützung der Entwicklung und Verbreitung neuer innovativer Produkte und Verfahren
- Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten zur Verbesserung der Entscheidungsfindung im Verkehrssektor, um die Nutzung alternativer Kraftstoffe und multimodaler Verkehrslösungen zu erhöhen
- Bereitstellung von Schulungsprogrammen für unternehmerische Fähigkeiten für KMU, um lebenslanges Lernen zu unterstützen und ihnen bei der Identifizierung und Übernahme neuer nachhaltiger und intelligenter Geschäftskonzepte zu helfen
- Förderung des sektorübergreifenden Lernens, um das lineare Modell der Produktion und des Konsums von Gütern und Dienstleistungen im Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft mit besonderem Fokus auf die Entwicklung ländlicher Gebiete zu überwinden
- Verbesserung der digitalen Fähigkeiten im Tourismus- und Kulturerbesektor, um sich auf die digitale Transformation vorzubereiten und nachhaltige Wohnkonzepte in touristischen Gebieten zu entwickeln
- Verbesserung des Zugangs von KMU zu digitalem Know-how und Technologie durch Anreize zur Verbindung mit IT-Wissens- und Dienstleistungsanbietern
- Verbesserung von Bildungsplänen für maritime und Binnenschifffahrtsbesatzungen, um der wachsenden Nachfrage nach einer Belegschaft, die in neuen Tools oder Methoden geschult ist, gerecht zu werden
- Verhinderung von Braindrain in ländlichen Regionen durch Entwicklung und Ausbau strategischer Schwerpunktbereiche und Entwicklung von Instrumenten zur Bindung von Talenten und unternehmerischen Fähigkeiten
- Unterstützung von KMU beim Zugang zu Chancen im Binnenmarkt, im Weltmarkt und zu internationalen Wertschöpfungsketten durch die Entwicklung unternehmerischer Fähigkeiten für die Internationalisierung
- Unterstützung der Bürger dabei, soziale Innovatoren zu werden, indem ihre Fähigkeiten und Kompetenzen im Bereich des sozialen Unternehmertums und der Innovation entwickelt werden
- Entwicklung von Fähigkeiten zur Stärkung regionaler Innovationsökosysteme (Unternehmer, öffentliche Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft) zur Unterstützung der Entwicklung und Verbreitung neuer Produkte und Dienstleistungen

Priorität 2: Ein grüner Übergang in der Nordseeregion
2.1: Förderung der Energieeffizienz und Reduzierung der Treibhausgasemissionen
Ein grüner Übergang ist für die Nordseeregion von strategischer Bedeutung, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu werden. Die Nordseeregion zielt darauf ab, ihre Wettbewerbsposition zu stärken, indem sie die Entwicklung eines umfassenden Energiekonzepts vorantreibt, das die Umsetzung des Europäischen Green Deals und der Energieeffizienzrichtlinie der EU verbessern und fördern wird. Darüber hinaus werden die Länder der Region zu den Zielen des Europäischen Green Deals und der Zwillingpolitik „Die Digitale Zukunft Europas gestalten“ beitragen, indem sie ihre Stärken bei innovativen Maßnahmen zur Energieeinsparung und Lösungen mit geringen Emissionen nutzen.
Im Rahmen dieses spezifischen Ziels wird das Programm transnationale Projekte unterstützen, die zur Reduzierung des Gesamtenergieverbrauchs und langfristigen Einsparung von Treibhausgasemissionen in der Nordseeregion beitragen. Intendiert wird eine größere Einführung neuer Technologien und Verfahren sowie die Implementierung praktischer Maßnahmen für die Reduzierung des Energieverbrauchs und der Treibhausgase.
Die folgende (nicht abschließende) Auflistung umfasst Bereiche, die Potenzial für transnationale Zusammenarbeit bieten:
- Kohlenstoffarme Lösungen
- Energieeffiziente und sanierte Gebäude
- Energieversorgungsketten
- Industrielles Design und Fertigung
- Lösungen zur Kohlenstoffabscheidung
- ländliche und städtische Unternehmens- und Haushaltsenergie
Beispiele für unterstützte Maßnahmen (nicht abschließende Aufzählung):
- Förderung der Sanierung von Gebäuden mit einem klaren Mehrwert für bereits bestehende Initiativen
- Anreize für Gesundheit und Wohlbefinden zu schaffen (z. B. in Form einer Selbstregulierungsausstattung in neuen Gebäuden)
- Steigerung der Energieeffizienz in Häfen
- Emissionsfreiheit in Logistikketten erreichen
- Unterstützung bei der Entwicklung von Energieversorgungsketten auf lokaler und regionaler Ebene, z. B. ‚Abwärme‘ in städtischen Gebieten, geschlossene Energieversorgungsketten
- Sensibilisierung für Begrünungsmethoden
- Umsetzung von Pilotprojekten zur Identifizierung von Energieeinsparungen durch innovative Industriedesign- und Fertigungsprozesse
- Reduzierung des Gesamtenergieverbrauchs durch Verhaltensänderungen und vermehrte Nutzung energieeffizienter Technologien
- Förderung interdisziplinärer, systemübergreifender Ansätze zur Sicherung einer höheren Energieeffizienz in städtischer Umgebung
2.2: Förderung erneuerbarer Energien gemäß der Richtlinie (EU) 2018/2001 einschließlich der darin festgelegten Nachhaltigkeitskriterien
Die Nordseeregion war bei ihrer Energieversorgung traditionell stark auf Kohle, Öl und andere fossile Brennstoffe angewiesen und befindet sich aktuell in einem schnellen Wandel hin zur Nutzung von umweltfreundlicheren und saubereren Energieressourcen.
Das Ziel dieses spezifischen Ziels besteht darin, Ansätze zur Förderung erneuerbarer Energien zu entwickeln oder zu skalieren und zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen beizutragen. Projekte im Rahmen dieses spezifischen Ziels sollen über Netzwerken und Wissensaustausch hinausgehen und Aktivitäten unterstützen, die als Demonstrations- und Pilotprojekte umgesetzt werden; die Finanzierung großer Energieinfrastrukturen oder -anlagen wird im Rahmen des Programms nicht unterstützt.
Die folgende (nicht abschließende) Liste zeigt Bereiche, die Potenzial für grenzübergreifende Zusammenarbeit haben:
- Offshore-Windenergie
- Solarenergie
- Wellen- und Gezeitenenergie
- Wasserkraft
- Biomasse
- Wasserstoff
Beispiele für förderfähige Maßnahmen (nicht abschließende Liste):
- Unterstützung der Verbreitung von Technologien für erneuerbare Energien durch den transnationalen Austausch von Wissen und bewährten Verfahren
- Steigerung der Kosteneffizienz von erneuerbaren Energiesystemen durch die Umsetzung intelligenter Wartungskonzepte
- Entwicklung und Erprobung von Doppelnutzungskonzepten für Offshore-Windparks
- Entwicklung neuer nachfrageseitiger Konzepte zur Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergiebedarf
- Erforschung des Potenzials neuartiger erneuerbarer Energietechnologien für ländliche Regionen, wie z. B. der Gezeitenenergie
- Unterstützung des Brückenschlags zwischen den Technologien für erneuerbare Energien von heute und denen der Zukunft
- Förderung der verstärkten Nutzung und Produktion von fossilfreien Energiesystemen
- Anpassung der Infrastruktur für erneuerbare Energien, um ihre Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf die biologische Vielfalt, sowie auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern
- Kartierung von Gebieten, die für die Entwicklung erneuerbarer Energien geeignet sind und die Entwicklung von Methoden zur Verringerung von Konflikten mit anderen Landnutzungen
2.3 Entwicklung intelligenter Energiesysteme, Netze und Speicher außerhalb des transeuropäischen Energiennetzes (TEN-E)
Die EU-Strategie für die Integration des Energiesystems (KOM(2020)/299 Final) konzentriert sich auf die Bedeutung eines gut positionierten und gut funktionierenden integrierten Energiesystems und fordert die koordinierte Planung und den Betrieb des Energiesystems „als Ganzes“. Dies spiegelt sich in den Bedürfnissen des Energiegesamtrahmens der Nordseeregion wieder, der zunehmend auf einer soliden Integration des Energiesystems (Netze und Speicher) beruht. Es muss nicht nur die Kapazität vorhanden sein, erneuerbare Energie an Land und auf See zu erzeugen, sondern auch, sie zu speichern und mit dem Netz zu verbinden, welches die Häuser, Gebäude und Maschinen versorgt, die sie benötigen. Intelligente Netze maximieren die Effizienz und reduzieren die Kosten, indem sie digitale Verbindungen zwischen Versorgungsunternehmen und Verbrauchern nutzen, um Ineffizienzen zu identifizieren und durch eine Reihe von Sensoren Stromausfälle zu verhindern. Batterien sind Teil des intelligenten Netzsystems, indem sie die Energie speichern, die zu Spitzenzeiten produziert wird, wenn die Nachfrage gering ist.
Im Rahmen dieses spezifischen Ziels wird das Programm transnationale Projekte unterstützen, die zur Beschleunigung des Übergangs zu einem integrativeren Energiesystem in der gesamten Nordseeregion beitragen. Hierzu gehören Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Netzausbau und der Energiespeicherung sowie Sensibilisierungs- und Werbemaßnahmen für deren Vorteile.
Beispiele für unterstützte Maßnahmen (nicht abschließende Aufzählung):
- Demonstration der Anwendung von intelligenten Netztechnologien als Möglichkeit zur Einsparung von Energie und zur Integration von mehr erneuerbarer Energie in den Energiemix
- Unterstützung der Verwendung intelligenter Energiesysteme und -technologien im Bauwesen und im Baubereich
- Entwicklung der Elektrifizierung des Energiesystems, die im Einklang mit dem „Saubere Energie für alle Europäer“-Paket der Kommission steht, d.h. sind Pilotprojekte und Demonstrationen notwendig, um den Umfang, die regulatorischen Fragen, technische Fragen und wirtschaftliche Machbarkeit zu definieren
- Unterstützung der Wertschöpfungskette im Energiebereich, um sicherzustellen, dass sowohl Kosten als auch Nutzen in den lokalen und regionalen Energiesystemen bleiben
- Durchführung von Pilotprojekten und Demonstrationen zu Aspekten der Power-to-X und anderer Energiemtransformationstechnologien
- Unterstützung der Möglichkeiten für Unternehmen und Privatpersonen, zu Spitzenzeiten Strom an das Netz zu liefern und bei Bedarf Strom aus dem Netz zu nutzen
- Schutz digitaler Energiesysteme und -versorgung, einschließlich von Bedrohungen der Cybersicherheit
- Anregung einer „zukunftssicheren“ Wertschöpfungskette für Energiespeicher
2.4 Förderung des Übergangs zu einer kreiskauforientierten und ressourceneffizienten Wirtschaft
Die Nordseeregion hat bereits damit begonnen, durch die Fokussierung auf Innovationen vom grünen Übergang zu profitieren. Für eine Reduktion der Umweltauswirkungen der Produktion, der Ressourcenabhängigkeit und des Abfallproblems in der Region, ist eine sektorenübergreifende kreislauforientierte Wirtschaftsform weiter voranzubringen. Ziel ist die Gewährleistung einer Wiederverwendung oder Aufbereitung von Ressourcen, um ebendiese zu schonen und Abfall zu vermeiden bzw. zumindest zu reduzieren.
Das Programm finanziert Maßnahmen in den folgenden thematischen Bereichen (nicht abschließende Aufzählung):
- kreislaufwirtschaftliches Design von Produkten und Verpackungen
- Reparierbarkeit, Haltbarkeit und Wiederverwendbarkeit von Produkten
- kreislauforientierte Produktionsprozesse
- kreislauforientierte Wertschöpfungs- und Lieferketten
- Abfallwirtschaft und Recycling
- Schaffung eines Marktes für sekundäre Ressourcen
- Kreislaufwirtschaftliche Geschäftsmodelle
Beispiele für potenzielle unterstützte Maßnahmen (nicht abschließende Aufzählung):
- Unterstützung bei Pilotprojekten, Demonstrationen und Testläufen zur Skalierung der Nutzung von Produkt- und Dienstleistungsinnovationen zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft
- Verbesserung von Land- und Seeökosystemen durch Unterstützung der Kreislaufführung in Landwirtschaft und Forstwirtschaft
- Bereitstellung verbesserter Produktionsmethoden für Verpackungen, welche die Kreislauforientierung des verwendeten Materials verbessern
- Förderung von Initiativen zu kreislaufwirtschaftlichen Beschaffungsmethoden, um einen dauerhaften Wandel zu fördern
- Förderung eines Übergangs zur Kreislaufwirtschaft in ländlichen Gebieten, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu fördern und die Stadt-Land-Kluft zu verringern
- Förderung der Kreislaufwirtschaft von Infrastrukturen für erneuerbare Energien, z. B. durch die Demontage und das Recycling von Wind- und Offshore-Konstruktionen
- Förderung der Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten der Kreislaufwirtschaft, insbesondere für ländliche Regionen
- Nutzung des offenen Datenzugangs zur Förderung der Entwicklung und Zugänglichkeit von Ersatzteilen
- Recycling von Erbstoffen oder Gewinnung schwer recyclingfähiger Stoffe
- Verbesserung von Abfallwirtschaftspraktiken zur Reduzierung der Bedrohung durch Kunststoffe in der Nordsee
- Entwicklung effizienter Wege zur Wiederverwendung von Produkten oder zur Sammlung und Wiederverwertung von Materialien
- Förderung ressourceneffizienter Designs, Digitalisierung oder nachhaltiger Geschäftsmodelle, bei denen die Produzenten das Eigentum an den Produkten behalten, um die Aufmerksamkeit auf die Haltbarkeit zu lenken
- Unterstützung bei der Abschaffung der aktuellen konventionellen Technologien und Implementierung neuer Technologien, die in kreislaufwirtschaftliche Systeme passen
2.5 Förderung nachhaltiger multimodaler städtischer Mobilität im Rahmen des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft
Ein klimaneutrales Europa kann nicht ohne die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Verkehrsmittel erreicht werden. Der Verkehrssektor ist in Europa für etwa 25 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich und eine bedeutende Quelle von Verschmutzung. Dies trifft insbesondere auf städtische Gebiete zu, aber auch regionaler und internationaler Verkehr, der zu und von Städten führt und diese verlässt, zählt zu den wachsenden Emissionsquellen.
Verkehrsstaus und die umfangreiche Nutzung öffentlicher Räume für Parkplätze sind gemeinsame Herausforderungen für die städtische Mobilität in größeren Städten in der Region. Darüber hinaus fungieren die meisten Großstädte in der Nordseeregion als Häfen, was sie zu bedeutenden Logistikzentren macht. Diese Situation – Güter- und Personenverkehr, der von und zu Häfen führt – schafft Herausforderungen sowie Chancen im städtischen Verkehr. Der Verkehrssektor der Region bietet auch Beschäftigung und verbindet kleinere Städte und Hinterlandgebiete mit städtischen Zentren. Da städtische Gebiete nicht getrennt von ihren Metropolregionen betrachtet werden können, gilt der territoriale Ansatz funktionaler städtischer Gebiete einschließlich kleinerer Städte und ländlicher Gebiete. Dieser territoriale Ansatz muss berücksichtigt werden, wenn grüne und multimodale Mobilitätslösungen in der Nordseeregion entwickelt und harmonisiert werden. Laut der Nachhaltigen und intelligenten Mobilitätsstrategie der Europäischen Kommission ist es entscheidend, dass Mobilität für alle verfügbar und erschwinglich ist, dass ländliche und entlegene Regionen besser verbunden sind und dass der Sektor gute soziale Bedingungen, Umschulungsmöglichkeiten und attraktive Arbeitsplätze bietet.
Das Programm wird innovative Maßnahmen in den folgenden thematischen Bereichen fördern (nicht abschließende Liste):
- umweltfreundliche Verkehrsmittel im städtischen und ländlich-städtischen Bereich
- Vergrünung von lokalen und regionalen Logistikketten
- intelligente Verkehrslösungen
- multimodale Verbindungen
- nachfrageorientierte Modelle für den Personenverkehr
Beispiele für potenziell unterstützte Maßnahmen (nicht abschließende Liste):
- Unterstützung bei der Entwicklung nachhaltiger Logistik für städtische Gebiete und verbundene Gebiete durch die Integration lokaler Lieferketten und Verringerung von Transportdistanzen
- Unterstützung bei der Entwicklung, Umsetzung und Überwachung von nachhaltigen urbanen Mobilitätsplänen und / oder nachhaltigen städtischen Logistikplänen sowie anderer Maßnahmen zur Entwicklung von städtischen Konsolidierungszentren zur Vergrünung städtischer Logistik
- Verbesserung nachhaltiger Mobilitätsdienste in städtischen Gebieten und deren Umgebung durch die Entwicklung und Erprobung innovativer IT-Lösungen
- Förderung des Einsatzes grüner Lösungen für den letzten Kilometer, z. B. in Form des Einsatzes von Lastenfahrrädern
- Entwicklung von „grüner Erreichbarkeit“ durch umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrradfahren, E-Biken und Gehen
- Unterstützung bei der Entwicklung von Mobilitätszentren in städtischen und nichtstädtischen Gebieten
- Unterstützung von Start-ups und KMU im Bereich emissionsfreier Transportindustrien, um von Geschäftsmöglichkeiten zu profitieren, indem neue Initiativen im Bereich nachhaltiger Mobilität getestet und bewertet werden
- Unterstützung von Lösungen für Elektro- / Alternative-Antriebsmobilität auf städtischer und regionaler Ebene durch Beitrag zu bestehenden oder Pilotnetzwerken von Lade- / Verteilungsinfrastrukturen und Testen auf Infrastrukturengpässe
- Förderung sozialer Innovationen im Mobilitätssektor, wie z. B. Shared Mobility und Co-Creation durch eine Steigerung der Kapazitäten und Unterstützung der Anwendung bereits verfügbarer Konzepte
- Verbesserung / Aufstockung nachhaltig und lokal produzierter Batterien und Fahrzeuge sowie alternativer / neuer Kraftstoffe
- Verbesserung nachhaltiger Mobilität zwischen städtischen und ländlichen Räumen
- Förderung von Automatisierung und autonomem Transport zu Land und Wasser durch Bewusstseinschaffung für die Vorteile dieser Lösungen

Priorität 3: Klimaresilienz
3.1 Klimaadaption, Risikoprävention und Katastrophenresilienz
Der Klimawandel verursacht bereits negative Auswirkungen auf die Nordsee-region. Die Land- und Wassertemperaturen sind seit Ende des 19. Jahrhunderts kontinuierlich angestiegen. Eine Folge dieser Erwärmung ist ein Anstieg des „globalen mittleren Meeresspiegels“ (GMSL) um 19 Zentimeter seit 1900, und der Anstieg beschleunigt sich laut der Europäischen Umweltagentur. Weitere mit dem Klimawandel verbundene Veränderungen in der Nordseeregion umfassen eine Zunahme saisonaler Extrema bei Niederschlägen und volatilere Wettermuster.
Es besteht klarer Handlungs- und Anpassungsbedarf an den Klimawandel unter differenzierter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Region. Die anfälligsten Regionen im Programmgebiet sind dicht besiedelte Küsten- und Bergregionen. Viele Teile des Programmgebiets liegen knapp über oder sogar unter dem Meeresspiegel. Für die tiefer liegenden Regionen ist der Anstieg des Meeresspiegels eine ernste Bedrohung. Küstenerosion birgt ein Risiko für einzelne Häuser, kann jedoch auch zur Überflutung großer Teile von tiefliegenden Gebiete führen. Daher besteht die Notwendigkeit, die Entwicklung multifunktionaler, anpassungsfähiger und auf der Natur basierender Lösungen zu ermöglichen, die nachhaltigere Lösungen in der gesamten Nordseeregion bieten.
Das Programm fördert Maßnahmen in den folgenden thematischen Bereichen (nicht abschließende Liste):
- Hochwasserresilienz, einschließlich Risikomanagement
- Untersuchung von Naturbasierten Lösungen im Hochwasserschutz
- Erforschung von Hochwasserschutzinfrastrukturen in Form von blau-grüner Infrastruktur
- Einzugsgebietsmanagement von Grund- und Oberflächengewässern
- Ökosystemleistungen in aquatischen Binnengewässern
- Überwachung, Management und Prävention natürlicher Phänomene, die durch den Klimawandel ausgelöst bzw. begünstigt werden (wie Waldbrände, Erdrutsche in Berggebieten, urbane Hitzeinseln, erhöhte Nährstoffauswaschungen und invasive Arten usw.)
Beispiele für unterstützte Maßnahmen (nicht abschließende Liste):
- Verbesserung des Schutzes von Küsten, Mündungsgebieten und Flüssen vor Erosion und Sturmfluten durch den Einsatz von Naturbasierten Lösungen
- Integration von Wasserbewirtschaftung zur Minderung der Auswirkungen von intensiveren Niederschlagsereignissen und Überflutungen durch Regenwasser, Grundwasser, Wasserläufe und Flüsse in z. B. Berg- und Küstenregionen
- Verbesserung der Bewirtschaftung von Grund- und Oberflächengewässern, einschließlich Belastungen durch Einleitungen in Flussbetten durch Spitzenlasten
- Stärkung der urbanen Resilienz durch die multifunktionale Nutzung von Raum, zum Beispiel durch die Untersuchung von blau-grüner Infrastruktur als Teil der Stadtgestaltung
- Erleichterung der Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit und der Versorgung von Grund- und Oberflächengewässern
- Testen von Methoden und Lösungen zur Bewältigung der Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs (wie Erosion, Überschwemmungen, Salzwassereindringung)
- Einleiten von Naturschutzmaßnahmen in der Gewässerbewirtschaftung an Flüssen, Seen, Feuchtgebieten oder im Grundwasser (Rückführung von Gewässern und Flüssen oder Wiedervernässung von Feuchtgebieten)
- Umsetzung von Ökosystemleistungen wie Kohlenstoffspeicherung, Bodenbildung sowie Wasserqualität und -ströme
- Vorhersage der Auswirkungen des Klimawandels und deren Auswirkungen auf gesellschaftliche Werte sowie Erforschung der Kosten solcher Maßnahmen und Förderung der Beteiligung von Geschäftsmöglichkeiten für KMU
- Förderung sozialer Innovationen, z. B. durch aktive Einbindung von Gemeinschaften, Interessengruppen und Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung von Pilotprojekten und Maßnahmen
- Erprobung von kleintechnischen Lösungen im Rahmen des integrierten Küstenzonenmanagements
- Verbreitung erfolgreicher Maßnahmen und Überwachungsmethoden in Strategien und Managementrichtlinien
- Anwendung verbesserter Methoden zur Bewältigung anderer Auswirkungen des Klimawandels wie Dürre, Hitzestress auf die Straßeninfrastruktur oder Energiesysteme, Versalzung etc.
3.2: Verbesserung des Schutzes und der Erhaltung von Natur, Biodiversität und grüner Infrastruktur, einschließlich in städtischen Gebieten sowie die Reduzierung aller Formen von Verschmutzung
Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen, einschließlich solcher in der Meeresumwelt, sind wichtig für die regionale Entwicklung in der Nordsee-region. Ihre Funktionen sind jedoch aufgrund hoher Bevölkerungsdichte, Urbanisierung, Klimawandel und intensiver Nutzung in Landwirtschaft, Transport und Industrie unter Stress. Natürliche Ressourcen und Ökosysteme unterstützen das allgemeine Wohlergehen der Region; daher müssen sie geschützt werden. Das Konzept der Ökosystemdienstleistungen wurde im Rahmen der UN-Konventionen zu biologischer Vielfalt und Klimawandel entwickelt. Es wurde in verschiedenen Kontexten angewendet, um den Wert des natürlichen Kapitals und die Kohlenstoffbindung im Rahmen der EU-Politik zu berechnen. Die Biodiversitätsstrategie 2030 der Europäischen Kommission hat die EU verpflichtet, bis 2030 30 % der Landfläche der EU und 30 % der Meeresfläche der EU rechtlich zu schützen. Diese Strategie wird auch die Anforderungen an den Naturschutz in der Nordseeregion erhöhen.
Das Programm fördert Maßnahmen in den folgenden thematischen Bereichen (nicht abschließende Liste):
- langfristiger nachhaltiger Schutz und Wiederherstellung der marinen Biodiversität und Umweltgeschutzgebiete
- Schutz der Ökosysteme und Biodiversität in ländlichen und urbanisierten Landschaften
- Ökosystemleistungen in Meeres- und Küstenräumen, einschließlich der Reduzierung von Schadstoffen – wie Abfälle und Kunststoffe in der Meeresumwelt sowie der Minderung von Risiken in Bezug auf Wracks und Munition
- Nachhaltige Bewirtschaftung von Ökosystemen und Schutz der Umwelt – z. B. durch die Beteiligung und Unterstützung von Bürger- und Zivilgesellschaftsorganisationen
Beispiele für geförderte Maßnahmen (nichtabschließende Liste):
- Erprobung von Methoden zur Bewältigung einer Vielzahl von Druckfaktoren auf die Biodiversität und Ökosysteme, wie invasive Arten, Meeresmüll und Schadstoffe
- Stärkung von Methoden zur Unterbringung der Produktion von Offshore-Windenergie zur Erfüllung der Anforderungen an marine Ökosysteme – wie z. B. die potenzielle Nutzung von Subsea-Offshore-Windpark-Infrastrukturen als künstliche Riffe und Brutstätten für Meerestiere, unter Einhaltung aller geltenden Umweltstandards und Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Umweltüberwachung
- Erprobung von Methoden zur natürlichen Wiederherstellung zur Bewirtschaftung degradierter Ökosysteme
- Entwicklung und Erprobung von Methoden und Technologien für die Umweltüberwachung und -bewirtschaftung und Integration erfolgreicher Ansätze im Einklang mit unter der MSRL entwickelten methodischen Standards
- Arbeit mit ökologischen Korridoren und grüner Infrastruktur in ländlichen und urbanisierten Landschaften zur Verbesserung der ökologischen Konnektivität
- Umsetzung von Umweltmaßnahmen und verbesserte Bewirtschaftung von Ökosystemen durch die Nutzung partizipativer Prozesse
- Entwicklung und Erprobung von Lösungen für die Entwicklung und Verbesserung grüner Infrastruktur in städtischen Gebieten
- Initiierung von Zusammenarbeit zur Reduzierung von Meeres- und Küstenmüll an Stränden
- Innovative Pilotmaßnahmen zur Steigerung der Biodiversität in Städten mit positiven Auswirkungen auf das Wohlergehen der Bürger

Priorität 4: Bessere Governance
4.1: Maßnahmen zur Unterstützung einer besseren Zusammenarbeit im Bereich der Governance
Die Land- und Seeterritorien der Nordseeregion sind hervorragend positioniert, um gemeinsame Herausforderungen anzugehen. Gekennzeichnet durch starke Wechselbeziehungen sind eine Vielzahl von Interessenträgern, darunter Regierungen, internationale Organisationen, die EU, NGOs, private Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger, gut gerüstet, um komplexe und anspruchsvolle Governance-Herausforderungen anzugehen. Diese Probleme treten in allen für das Nordseeprogramm zuvor identifizierten Prioritäten (siehe Prioritäten 1-3) auf.
Besonderes Interesse gilt der Governance des Nordseebeckens, welches das wichtigste gemeinsame Gut der Region darstellt. Schifffahrt, erneuerbare Energieerzeugung, Aquakultur, Fischerei, Tourismus und Erholung sind Aktivitäten, die Koordination und gelegentlich eine gewichtete Priorität erfordern, um eine nachhaltige Nordseeregion zu schaffen. In den letzten Jahrzehnten hat der Druck auf die Meeresumwelt und Ökosysteme zugenommen und der Wettbewerb um Raum und Ressourcen ist gestiegen.
In diesem Zusammenhang ist ein zentrales Ziel des Programms, maritime und andere natürliche Ressourcen koordiniert und nachhaltig zu nutzen. Darüber hinaus besteht ein zunehmender Bedarf, Land- und Seetätigkeiten besser aufeinander abzustimmen. Es besteht auch ein klarer Bedarf, die integrierte territoriale Entwicklung zu unterstützen und die städtisch-ländliche Zusammenarbeit zu stärken, um Lücken zu überwinden und eine grüne und gerechte Entwicklung in der Nordseeregion zu stärken. Um sowohl land- als auch seegestützte Governance-Herausforderungen anzugehen, ist es notwendig, einzelne Maßnahmen in breit unterstützten und langfristigen Strategien, Aktionsplänen und Netzwerken zu verankern und den Weg dafür zu ebnen.
Die Maßnahmen in den Prioritäten 1, 2 und 3 sollten darauf abzielen, praktische Lösungen zu erproben. Diese Priorität zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen zu verbessern, die die Haltbarkeit und Übertragbarkeit einzelner Lösungen erhöhen. Unterstützte Maßnahmen umfassen die Einrichtung und Verstärkung langfristiger, mehrstufiger Governance-Netzwerke und -Mechanismen, um praktische Lösungen in integrierten Ansätzen zu kombinieren und den Rahmen für zukünftige Projekte und Initiativen zu setzen. Darüber hinaus wird die Priorität die Kapazitätsentwicklung von Stakeholdern unterstützen, einschließlich die der Bürgerinnen und Bürger, um aktiv an Governance-Prozessen und Entscheidungsprozessen und an Innovationen und Übergängen teilzunehmen.
Alle in den Prioritäten 1-3 genannten herausforderungsbezogenen Bereiche könnten für Governance-Maßnahmen im Rahmen der Priorität 4 relevant sein. Die Governance in den marinen und maritimen Bereichen, wie Offshore-Wind und Blaue Energie, Schifffahrt, Häfen, Schutz des marinen Ökosystems, Aquakultur, Fischerei und Küsten- und maritime Tourismus- und Erholungsbereiche sowie Land-See-Interaktionen, gelten als besonders relevant für die Region.
Unterstützte Maßnahmen sollten inklusiv sein und alle relevanten Stakeholder berücksichtigen (einschließlich, aber nicht nur, der traditionellen staatlichen Akteure), um an verbesserten Governance-Strukturen teilzunehmen. Projekte sollten Beteiligte gewinnen, die die Kompetenzen und Autorität haben, Veränderungen in den Richtlinien zu bewirken. Es wird erwartet, dass Projekte, die hauptsächlich die Governance betreffen, in dieser Priorität beachtet werden und alternative und experimentellere Maßnahmen beantragen, z. B. um den Rahmen zu setzen und die Gewässer für zukünftige Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen zu testen. Neue Strategien und Aktionspläne, die im Rahmen dieser Priorität entwickelt werden, könnten beispielsweise der Ausgangspunkt für zukünftige Mainstream- und Forschungsprojekte oder andere Interreg-Projekte sein. Projekte der Priorität 4 sollten einen Mehrwert schaffen, indem sie auf bestehenden transnationalen Governance-Strukturen und -Lösungen aufbauen.
Die Natur dieser Priorität impliziert, dass Pilotprojekte, die erhebliche Budgets für Investitionen oder Ausrüstungen erfordern, nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im Allgemeinen wird erwartet, dass Maßnahmen in diesem Bereich auf pilotbasierten Projekten aufbauen oder den Rahmen für diese setzen, die unter den anderen Prioritäten unterstützt werden, und darüber hinaus auf andere Expertise und Initiativen in der Region außerhalb des Programms aufbauen.
Beispiele für unterstützte Maßnahmen (nicht abschließende Liste):
- Zusammenführung von Interessengruppen, Entwicklung integrierter und weit unterstützter Strategien und Aktionspläne sowie die Bewältigung von behördlichen und rechtlichen Hindernissen
- Entwicklung innovativer Konzepte und Instrumente zur besseren transnationalen Koordination zwischen bestehenden und neuen Akteuren im marinen und maritimen Governance-Bereich, einschließlich MSP und MSFD
- Entwicklung von Instrumenten zur Förderung des Wissens und der Beteiligung der Bürger zur Verbesserung ihrer Position in mehrstufigen Governance-Prozessen und in Entscheidungsprozessen
- Aufbau institutioneller Kapazitäten für Akteure auf allen Ebenen, um sich an territoriale Bedürfnisse und Herausforderungen anzupassen, z. B. im Bereich des Meeresschutzes, der Digitalisierung sowie der sozialen Innovation
- Unterstützung von neuen und bestehenden Netzwerken bei der Umsetzung internationaler Strategien und Politiken in gemeinsame transnationale Aktionspläne
- Zusammenführung von Akteuren, um regelfreie Räume und das Fehlen angemessener Vorschriften in Bereichen wie Drohnen, Robotern und datengetriebenen Innovationen anzugehen, um gemeinsame Strategien, Ansätze und Standards zu entwickeln
- Aufbau und Förderung transnationaler Partnerschaften zwischen städtischen und ländlichen Akteuren sowie der Zivilgesellschaft und Entwicklung von Strategien
- Aufbau thematischer Gemeinschaften für Themen, die in Prioritäten 1-3 behandelt werden, um Erkenntnisse zu übertragen und die Zusammenarbeit rund um gemeinsame Themen zu verstärken, mit dem Ziel, Projektergebnisse in einen breiteren Rahmen zu integrieren und sicherzustellen, dass sie aufgegriffen werden
- Entwicklung und Förderung neuer oder verbesserter Governance-Mechanismen zur Hochskalierung, Übertragung und Mainstreaming von Schlüsselinnovationen in regionalen und lokalen Wirtschaftssystemen
- Aufbau von Plattformen für Governance-Akteure zur Harmonisierung technologischer Standards und Zertifizierungen für (digitale) Infrastrukturen und Ausrüstungen
- Unterstützung des integrierten Küstenzonenmanagements mit maritimer Raumplanung bei konkurrierenden Nutzungen von Räumen
- Entwicklung von Maßnahmen für Public-Private-Partnerschaften zur Förderung finanzieller Anreize, die zu einem verstärkten Einsatz energieeffizienter Technologien führen
- Umsetzung partizipativer Prozesse zur Gewinnung von Stakeholder-Unterstützung für Umweltmaßnahmen

